Fischfutter selber machen – 5 einfache Rezepte für dein Aquarium
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Flockenfutter aus der Dose ist praktisch, keine Frage. Aber stell dir mal vor, du würdest jeden Tag das Gleiche essen, da hättest du auch irgendwann keine Lust mehr, oder? Deinen Fischen geht es ähnlich. Selbstgemachtes Futter bringt Abwechslung, ist frei von künstlichen Konservierungsstoffen und macht richtig Spaß.
4 Gründe für DIY-Futter: Zutaten, Abwechslung, Preis, Anpassung
- Bessere Zutaten: Du bestimmst, was reinkommt. Kein Fischmehl aus fragwürdiger Quelle, keine Farbstoffe.
- Abwechslung: Ein abwechslungsreicher Speiseplan stärkt das Immunsystem deiner Fische.
- Günstig: Die meisten Zutaten bekommst du im Supermarkt für ein paar Euro.
- Anpassbar: Pflanzenfresser bekommen mehr Gemüse, Raubfische mehr Protein.
Rezept 1: Gemüse-Gel-Futter (Allrounder)
Dieses Gel-Futter ist der Klassiker unter den DIY-Futterrezepten und eignet sich für fast alle Fischarten.
Zutaten:
Sera Vipan Hauptfutter
Ausgewogenes Flockenfutter für alle Zierfische, hohe Akzeptanz und gute Verwertung.
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- 100 g Erbsen (TK, aufgetaut, geschält)
- 50 g Spinat (TK, aufgetaut)
- 50 g Garnelen (roh, geschält)
- 1 Knoblauchzehe
- 1 Päckchen Gelatine (oder Agar-Agar für die vegane Variante)
- 100 ml Wasser
Zubereitung:
- Alle Zutaten (außer Gelatine und Wasser) im Mixer fein pürieren.
- Gelatine in warmem Wasser auflösen (nicht kochen!).
- Püree und Gelatine-Lösung gründlich vermischen.
- In eine flache Form gießen (Eiswürfelform eignet sich perfekt).
- Im Kühlschrank fest werden lassen (ca. 2 Stunden).
- In kleine Würfel schneiden und portionsweise einfrieren.
Rezept 2: Protein-Paste für Fleischfresser
Für Buntbarsche, Welse und andere proteinliebende Arten.
Zutaten:
- 100 g Garnelen (roh)
- 50 g Muschelfleisch
- 1 EL Spirulina-Pulver
- 1 Päckchen Gelatine
Zubereitung: Garnelen und Muscheln pürieren, mit aufgelöster Gelatine und Spirulina mischen. In Eiswürfelformen einfrieren. Vor dem Füttern ein Stückchen antauen lassen und nur so viel geben, wie die Fische in 3 Minuten fressen.
Rezept 3: Spinat-Gurken-Chips für Welse
Welse und Garnelen lieben blanchiertes Gemüse. Dieses Rezept ist so simpel, dass es fast schon peinlich ist.
- Bio-Gurke in 3–5 mm dicke Scheiben schneiden.
- 30 Sekunden in kochendes Wasser blanchieren.
- Abkühlen lassen.
- Mit einer Gemüseklammer oder einem Stein beschwert ins Becken legen.
- Reste nach 12 Stunden entfernen.
Funktioniert auch mit Zucchini, Paprika oder Spinatblättern. Besonders Antennenwelse und Garnelen stürzen sich darauf.
Rezept 4: Haferflocken-Futter-Balls
Zutaten:
- 2 EL feine Haferflocken
- 1 EL Spirulina-Pulver
- 1 EL geriebene Garnelen (oder Fischflocken)
- Etwas Wasser zum Binden
Alles zu einer festen Paste verkneten, zu kleinen Kügelchen formen und im Backofen bei 80 °C trocknen (ca. 1 Stunde). Die Bällchen sinken im Aquarium zu Boden und lösen sich langsam auf, perfekt für Bodenbewohner.
Rezept 5: Artemia-Eiswürfel (schnell & easy)
Das einfachste „Rezept" überhaupt:
- Frostfutter-Artemia (oder Mysis, Daphnia) in Eiswürfelformen portionieren.
- Mit etwas Aquariumwasser auffüllen.
- Optional: Einen Tropfen Vitaminzusatz (z. B. Sera Fishtamin) dazugeben.
- Einfrieren und bei Bedarf einen Würfel ins Becken geben.
5 Lebensmittel, die nie ins Becken gehören
- Brot: Quillt im Wasser auf, verschmutzt das Becken und hat keinen Nährwert für Fische.
- Gewürze und Salz: Giftig für Süßwasserfische.
- Rohe Kartoffeln: Enthalten Solanin, das für Fische schädlich ist.
- Zitrusfrüchte: Zu sauer, senkt den pH-Wert unkontrolliert.
- Fleisch von Säugetieren: Zu fettreich und schwer verdaulich für Fische.
Wie oft und wie viel DIY-Futter ist gesund
Faustregel: 2 bis 3 mal pro Woche selbstgemachtes Futter, an den anderen Tagen hochwertiges Fertigfutter wie Sera Vipan, JBL NovoBel oder Tetra Min. So bekommen deine Fische die Vitamine und Spurenelemente aus dem Industriefutter und gleichzeitig die Frische und Vielfalt aus deiner Küche. Reine DIY-Fütterung führt nach 4 bis 6 Wochen oft zu Mangelerscheinungen wie blassen Farben, Flossenklemmen oder Wachstumsstörungen, vor allem bei Jungfischen.
Die Wassertemperatur beeinflusst, wie viel deine Fische fressen. Bei 22 bis 24 °C ist der Stoffwechsel von Skalaren, Diskus und Salmlern auf Normalniveau. Steigt die Temperatur auf 27 bis 28 °C, fressen die Fische deutlich mehr und brauchen täglich kleine Portionen. Unter 20 °C drosseln Goldfische und Schleierschwänze ihren Stoffwechsel so stark, dass 2 bis 3 Fütterungen pro Woche völlig reichen.
Fütterungsplan nach Fischart und Lebensphase
| Fischart | DIY-Anteil pro Woche | Schwerpunkt | Temperatur |
|---|---|---|---|
| Guppys, Platys, Mollys | 2x Gemüse-Gel, 1x Artemia | 70 % pflanzlich | 24-26 °C |
| Skalare, Diskus | 2x Protein-Paste, 1x Artemia | 60 % tierisch | 26-28 °C |
| Antennenwelse, L-Welse | 3x Gurkenscheiben, 1x Haferballs | 80 % pflanzlich | 23-26 °C |
| Buntbarsche (Malawi) | 2x Spirulina-Bällchen, 1x Garnelen-Gel | Vegetarisch | 24-26 °C |
| Garnelen (Neocaridina) | 2x Gurke, 1x Spinatblatt | Pflanzlich + Biofilm | 20-24 °C |
Achte auf die Wasserwerte, wenn du auf DIY-Futter umstellst. Frisches Gemüse und Protein erhöhen die Nitrat-Belastung schneller als pelletiertes Fertigfutter. Miss in den ersten 2 Wochen nach Umstellung wöchentlich Nitrit (Ziel unter 0,1 mg/l) und Nitrat (Ziel unter 25 mg/l). Steigen die Werte, machst du einen 30 % Wasserwechsel und reduzierst die DIY-Portionen um die Hälfte.
Lagerung entscheidet über Qualität: portioniere das Gel-Futter in Eiswürfelformen mit 5 bis 10 g pro Würfel, friere bei minus 18 °C ein und verbrauche innerhalb von 3 Monaten. Auftauen immer im Kühlschrank oder direkt am Beckenrand mit Aquarienwasser, nie in der Mikrowelle und nie ein zweites Mal einfrieren. Frostfutter wie Artemia und Mysis aus dem Zoofachhandel hält bei korrekter Lagerung bis zu 24 Monate.
Praktische Checkliste für DIY-Fischfutter:
- ☐ Maximal 3x pro Woche DIY, sonst Mangelerscheinungen (Sera Vipan oder JBL NovoBel ergänzen)
- ☐ Portionsgröße: Was in 2-3 Minuten gefressen wird, Reste nach 12 Stunden raus
- ☐ Knoblauch maximal 0,5 g pro 250 g Futter, Spirulina maximal 5 % Trockenmasse
- ☐ Bio-Gemüse nur unbehandelt, keine Pestizide, kein Wachsüberzug von Supermarktgurken
- ☐ Eiswürfelformen 5-10 g pro Würfel, Lagerung bei -18 °C maximal 3 Monate
- ☐ Nitrit wöchentlich messen (Ziel <0,1 mg/l), bei Anstieg DIY-Anteil halbieren
- ☐ Auftauen nur im Kühlschrank oder Aquarienwasser, nie zweimal einfrieren
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Veröffentlicht durch die Aquarium Anfänger-Redaktion. Veröffentlicht am 29. August 2026.
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