Guppy Haltung für Einsteiger
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Das richtige Becken: Mindestgröße und Einrichtung
Für eine kleine Guppy-Gruppe brauchst du mindestens ein 60-Liter-Becken (60 × 30 × 30 cm). Ideal ist ein 80er oder 100er Becken, weil Guppys sich schnell vermehren und du Platz für Nachwuchs brauchst. Als Bodengrund eignet sich feiner Kies (1–3 mm) oder Sand.
Bepflanze das Becken dicht mit schnellwachsenden Pflanzen wie Hornkraut (Ceratophyllum demersum), Wasserpest (Elodea densa) oder Javamoos (Taxiphyllum barbieri). Diese Pflanzen bieten Deckung für Jungtiere und stabilisieren die Wasserwerte. Ein kleiner Schwammfilter oder Hang-On-Back-Filter (z. B. AquaClear 20, ca. 25 EUR) reicht für ein 60L-Becken.
6 Wasserwerte mit konkreten Zielbereichen
- Temperatur: 24–28 °C (ideal 25 °C)
- pH-Wert: 6,5–8,0 (Guppys bevorzugen leicht alkalisches Wasser)
- Gesamthärte (GH): 8–25 °dGH, Guppys mögen mittleres bis hartes Wasser
- Karbonathärte (KH): 5–20 °dKH
- Nitrit (NO₂): muss immer 0 mg/l sein
- Nitrat (NO₃): unter 25 mg/l halten, Wasserwechsel wöchentlich 30 %
Deutsches Leitungswasser ist in den meisten Regionen perfekt für Guppys, es ist oft mittelhart bis hart. Nur sehr weiches Wasser (z. B. im Schwarzwald, GH unter 5) solltest du mit Aufhärtesalz (z. B. JBL Aquadur, ca. 8 EUR) anpassen.
Fütterungsplan: 2x täglich Flocken plus 3x Lebendfutter
Guppys sind Allesfresser (Omnivoren) mit einer Vorliebe für proteinreiche Kost. Die Basis bildet hochwertiges Flockenfutter wie Tetra Guppy (ca. 5 EUR für 250 ml) oder Tropical Guppy Flocken. Füttere 1–2x täglich eine kleine Prise, die Fische sollten alles in 2 Minuten auffressen.
Ergänze 2–3x pro Woche mit Lebendfutter oder Frostfutter:
- Artemia-Nauplien: Perfekt für Farbe und Vitalität, einfach selbst ansetzen mit Artemia-Eiern (ca. 6 EUR)
- Weiße Mückenlarven: Guppys lieben sie, tiefgefroren im Blister erhältlich
- Daphnien (Wasserflöhe): Fördern die Verdauung
- Blanchiertert Spinat oder Gurke: 1x pro Woche für pflanzliche Ballaststoffe
Männchen und Weibchen unterscheiden
Ab ca. 4 Wochen kannst du die Geschlechter erkennen:
- Männchen: kleiner (3–4 cm), schlanker Körper, großes farbiges Schwanzflosse, Gonopodium (umgewandeltes Stäbchen statt Afterflosse)
- Weibchen: größer (4–6 cm), fülliger Körper, kleinere Flossen, Trächtigkeitsfleck am Bauch (dunkler Fleck vor der Afterflosse)
Halte Guppys im Verhältnis 1 Männchen zu 2–3 Weibchen. So werden die Weibchen nicht ständig bedrängt und gestresst.
Vermehrung: Lebendgebärend und produktiv
Guppys sind lebendgebärend, das Weibchen bringt alle 25–30 Tage zwischen 20 und 50 fertig entwickelte Jungfische zur Welt. Du brauchst keinen speziellen Zuchtansatz: Wenn Männchen und Weibchen zusammen schwimmen, kommen Babys. Garantiert.
Jungtiere sind ab Geburt ca. 7 mm groß und können sofort fressen. Füttere sie mit Staubfutter (z. B. Sera Micron, ca. 5 EUR) oder frisch geschlüpften Artemia-Nauplien. Ohne Schutz fressen die Eltern einen Teil der Jungen, dichter Pflanzenwuchs (besonders Javamoos) erhöht die Überlebensrate erheblich.
Wichtig: Plane von Anfang an, wohin du den Nachwuchs gibst. Zooläden nehmen oft Guppys an, oder du bietest sie in Aquaristik-Foren (z. B. aquariumforum.de) oder bei eBay-Kleinanzeigen an.
Vergesellschaftung: Gute und schlechte Mitbewohner
Guppys sind friedlich und eignen sich hervorragend für Gesellschaftsbecken. Gute Partner:
- Panzerwelse (Corydoras): z. B. Corydoras paleatus, friedliche Bodenbewohner, Gruppe ab 6 Tieren
- Neonsalmler (Paracheirodon innesi): Schwarmfische für die mittlere Zone
- Amano-Garnelen (Caridina multidentata): Algenputzer, werden nicht gefressen
- Zwergfadenfische (Trichogaster lalius): ruhige Oberflächenbewohner
Nicht kombinieren mit: Barschen (Cichliden), Kampffischen (Betta splendens, verwechseln Guppy-Männchen mit Rivalen), Skalaren (fressen kleine Guppys) oder Sumatrabarben (Flossenbeißer).
Häufige Zuchtformen
Guppys gibt es in hunderten Farbvarianten. Die populärsten:
- Endler-Guppy (Poecilia wingei): Kleiner (2–3 cm), intensivere Farben, weniger Zuchtformen, dafür robuster
- Cobra-Guppy: Schlangenartiges Muster auf dem Körper
- Mosaikguppy: Gemustertes Schwanzflosse
- Flamingo-Guppy: Roter Körper mit heller Schwanzflosse
Tipp: Hochzucht-Guppys aus dem Zoohandel (4–6 EUR/Stück) sind oft empfindlicher als Nachzuchten von Privathaltern. Schau mal in lokale Aquaristik-Vereine oder auf aquariumforum.de, da bekommst du robuste Tiere, oft für 1–2 EUR.
3 häufige Krankheiten erkennen und mit JBL/Sera behandeln
- Weißpünktchenkrankheit (Ichthyophthirius): Weiße Pünktchen auf Körper und Flossen. Behandlung: Temperatur auf 30 °C erhöhen + Sera Costapur (ca. 9 EUR)
- Flossenfäule: Ausgefranste, milchige Flossen. Ursache meist schlechte Wasserqualität. Wasserwechsel + JBL Ektol fluid (ca. 10 EUR)
- Guppy-Krankheit (Columnaris): Weißliche Beläge, schneller Verlauf. Antibakterielles Mittel nötig
Die beste Vorbeugung: Stabile Wasserwerte, regelmäßige Wasserwechsel (30 % wöchentlich) und keine Überfütterung. Ein Wassertest-Set (z. B. JBL ProScan, ca. 20 EUR) hilft dir, die Werte im Blick zu behalten.
Erste 8 Wochen: Einfahren, Besatz, Routine
Plane mindestens 4 Wochen Einfahrzeit ein, bevor der erste Guppy ins Becken kommt. In dieser Zeit bauen sich die nützlichen Bakterien im Filter auf, die Ammoniak und Nitrit abbauen. Setze direkt nach dem Befüllen eine Handvoll Bakterienkultur (z. B. JBL Denitrol, ca. 8 EUR) und ein paar Pflanzen ein. Miss alle 3 Tage die Werte mit einem Tröpfchentest (JBL ProAqua Test Lab, ca. 50 EUR oder einzelne Tests für Nitrit und Nitrat ab 8 EUR). Erst wenn Ammoniak und Nitrit zwei Messungen in Folge bei 0 mg/l liegen und Nitrat messbar wird (5–10 mg/l), ist das Becken eingefahren.
Beim Einsetzen der ersten Guppys gilt: starte mit 6–8 Tieren (2 Männchen, 4–6 Weibchen) in einem 60-Liter-Becken. Mehr verkraftet das frisch eingefahrene Filtersystem nicht. Tempere die Tiere 30 Minuten im Beutel an der Oberfläche an, gib alle 10 Minuten etwas Beckenwasser dazu und kescher sie dann ohne das Transportwasser ins Becken — das Beutelwasser ist häufig keimbelastet.
Wochenroutine für ein stabiles 60L-Guppy-Becken
| Aufgabe | Intervall | Aufwand | Werkzeug/Produkt |
|---|---|---|---|
| Sichtkontrolle (Fischverhalten, Pflanzen) | täglich | 2 Min | nur Augen |
| Füttern (1–2 kleine Portionen) | täglich | 1 Min | Tetra Guppy + Frostfutter |
| Wasserwechsel 25–30 % | wöchentlich | 15 Min | Mulmsauger (Eheim, ca. 12 EUR) |
| Scheibe innen reinigen | wöchentlich | 5 Min | Magnetreiniger (ca. 10 EUR) |
| Wassertest (NO₂, NO₃, pH) | 14-tägig | 10 Min | JBL Test Lab |
| Filterschwamm im Beckenwasser ausdrücken | monatlich | 10 Min | Eimer mit Beckenwasser (nie unter Leitungswasser!) |
Halte dich strikt an die wöchentlichen 25–30 % Wasserwechsel — das ist der wichtigste Hebel für Stabilität. Verwende einen Mulmsauger und sauge dabei eine Hälfte des Bodens ab, nächste Woche die andere. Frisches Wasser nicht eiskalt aus dem Hahn dazugeben, sondern auf Beckentemperatur abwarten oder einen Aquariensafe-Wasserzusatz (z. B. Sera Aquatan, ca. 5 EUR) hinzufügen, der Chlor und Schwermetalle bindet.
Nach 8 Wochen sollte deine Routine sitzen: stabile Werte (NO₂ = 0, NO₃ unter 25 mg/l), aktive Tiere, möglicherweise erste Jungtiere im Pflanzendickicht. Beobachte besonders die Weibchen — wenn der Trächtigkeitsfleck dunkel und der Bauch eckig wird, steht der Wurf kurz bevor. ☐ 60L-Becken mit dichter Bepflanzung steht ☐ Filter läuft seit mind. 4 Wochen ☐ NO₂ zweimal in Folge bei 0 mg/l ☐ Erste 6–8 Guppys eingesetzt ☐ Wöchentliche Wasserwechsel im Kalender geplant ☐ Plan für Nachwuchs (Zoohandel, Verein, Kleinanzeigen) vorhanden — wer diese sechs Punkte abhaken kann, hat die Einsteigerphase sauber durch und kann sich auf den nächsten Schritt konzentrieren: Zuchtformen verfeinern oder ein größeres Becken mit Vergesellschaftung.
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Veröffentlicht durch die Aquarium Anfänger-Redaktion. Veröffentlicht am 21. März 2026.
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