Bartagame Fütterung: Was fressen Bartagamen?
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Bartagamen (Pogona vitticeps) fressen als Jungtiere 80 % Insekten und 20 % Grünfutter – als erwachsene Tiere dreht sich das Verhältnis komplett auf 30 % Insekten und 70 % Pflanzen. Genau dieses altersabhängige Futterverhältnis ist einer der häufigsten Stolpersteine für Einsteiger in der Bartagamen-Haltung. Zu viele Insekten bei erwachsenen Tieren führen zu Fettleibigkeit und schweren Gesundheitsproblemen.
Allesfresser mit Alters-Twist
Das Coole an Bartagamen: Sie fressen sowohl Insekten als auch Pflanzen und sind damit echte Allesfresser. Aber – und das ist der absolut entscheidende Punkt – das Verhältnis zwischen tierischer und pflanzlicher Nahrung ändert sich mit dem Alter dramatisch. Während junge Bartis hauptsächlich Protein und Fett für ihr rasantes Wachstum brauchen, benötigen ausgewachsene Tiere vor allem Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien aus pflanzlicher Kost. Wer das ignoriert, züchtet sich ein übergewichtiges, krankes Tier heran.
| Alter | Insekten | Grünfutter | Fütterungshäufigkeit |
|---|---|---|---|
| 0–3 Monate | 80 % | 20 % | 2× täglich Insekten, so viel wie in 10 Min. gefressen wird |
| 3–12 Monate | 60 % | 40 % | 1× täglich Insekten, Grünfutter immer verfügbar |
| Ab 12 Monate | 30 % | 70 % | 2–3× pro Woche Insekten, täglich Grünfutter |
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Geeignete Futterinsekten im Detail
Nicht jedes Insekt ist gleich gut geeignet. Die Unterschiede im Nährstoffprofil sind teilweise erheblich – deshalb hier ein genauer Überblick über die besten Optionen für deine Bartagame.
Hauptfutter (regelmäßig füttern)
- Heimchen und Grillen: Der Klassiker unter den Futterinsekten. Günstig in der Anschaffung, gut verfügbar in jedem Zoofachgeschäft und online, nahrhaft mit solidem Proteingehalt. Nachteil: Sie können nachts laut zirpen und riechen nach ein paar Tagen etwas streng
- Wanderheuschrecken: Extrem beliebt bei Bartagamen, wenig Fett, viel hochwertiges Protein und gut verdaulich. Für Bartis aller Altersklassen geeignet, solange du die passende Größe wählst. Springen gerne, also vorsichtig beim Entnehmen aus der Box
- Dubia-Schaben (Blaptica dubia): Das Top-Futterinsekt schlechthin. Hervorragendes Nährstoffprofil, klettern nicht an Glasscheiben, sind geruchsarm, leise und lassen sich einfach selbst züchten. Einziger Nachteil: Manche Menschen ekeln sich vor Schaben
Ergänzungsfutter (nur gelegentlich)
- Mehlwürmer: Nur als gelegentliches Leckerli füttern! Sehr fettreich und haben eine schwer verdauliche Chitinhülle. Maximal 2× pro Woche eine Handvoll als Belohnung – nicht als Hauptfutter verwenden
- Zophobas (Schwarzkäferlarven): Noch fettreicher als Mehlwürmer und deutlich größer. Ein echtes Leckerli für adulte Bartagamen, aber kein Hauptfutter – denk an sie wie an Chips für Menschen
- Wachsmotten und Wachsmottenlarven: Sehr fettreich und bei Bartis extrem beliebt. Perfekt, um scheue Bartagamen an die Pinzettenfütterung zu gewöhnen oder als Belohnung nach dem Tierarztbesuch
- Soldatenfliegenlarven (Black Soldier Fly): Hervorragendes Kalzium-Phosphor-Verhältnis von etwa 1,5:1. Gute Ergänzung, aber allein als Futter nicht ausreichend abwechslungsreich
Grünfutter: Was darf auf den Teller?
Ab einem Alter von ca. 6 Monaten solltest du täglich frisches Grünfutter anbieten – auch wenn deine Bartagame anfangs komplett die Nase rümpft und es links liegen lässt. Bleib konsequent dran! Manche Bartis brauchen Wochen oder sogar Monate, bis sie Grünfutter akzeptieren. Der beste Trick: Morgens Grünfutter als Erstes anbieten, wenn der Hunger am größten ist, und erst danach (wenn überhaupt) Insekten geben.
Geeignetes Grünfutter
- Löwenzahn (Blätter und Blüten) – die absolute Nummer 1 bei Bartagamen-Haltern! Wächst von Frühling bis Herbst überall kostenlos
- Rucola – hat ein gutes Kalzium-Phosphor-Verhältnis und wird gerne gefressen
- Endivie – deutlich nährstoffreicher als gewöhnlicher Kopfsalat
- Zucchini (fein geraspelt) – gut als Wasserlieferant und sehr beliebt
- Kürbis (geraspelt, roh) – vitamin- und ballaststoffreich, günstig im Herbst
- Rote Paprika (ohne Kerne) – reich an Vitamin C und schön bunt im Napf
- Wildkräuter: Klee, Spitzwegerich, Gänseblümchen, Vogelmiere – kostenlos aus dem eigenen Garten, aber nur von ungespritzten Wiesen sammeln
Nicht oder nur selten füttern
- Spinat und Mangold: Enthalten Oxalsäure, die Kalzium bindet und damit die Aufnahme verhindert – höchstens alle 2 Wochen mal eine kleine Portion
- Kopfsalat und Eisbergsalat: Besteht fast nur aus Wasser und hat praktisch keinen Nährwert – komplett überflüssig im Speiseplan
- Avocado: Giftig für Reptilien! NIEMALS füttern – kann tödlich enden, auch in kleinen Mengen
- Zitrusfrüchte: Zu sauer, reizt die empfindlichen Schleimhäute im Maul
- Zwiebeln und Knoblauch: Giftig für Reptilien – konsequent vermeiden
Kalzium und Vitamine: Absolut lebenswichtig
Ohne regelmäßige Supplementierung geht bei Bartagamen gar nichts. Sie brauchen zwingend Kalzium und Vitamine als Nahrungsergänzung, sonst droht Metabolische Knochenerkrankung (MBD), auch bekannt als Rachitis. Diese Krankheit ist die häufigste Todesursache bei Bartagamen in Gefangenschaft – und zu 100 % vermeidbar.
Supplementierungs-Schema für den Alltag
- Kalziumpulver ohne Vitamin D3: Bei jeder einzelnen Insektenfütterung die Futtertiere damit bestäuben – das ist nicht verhandelbar
- Kalzium mit Vitamin D3: 1× pro Woche zusätzlich, besonders wichtig wenn die UV-B-Versorgung nicht hundertprozentig optimal ist
- Multivitaminpräparat: 1× alle 2 Wochen dünn über die Insekten stäuben – nicht öfter, Überdosierung von Vitamin A ist möglich
Wasser: Trinken Bartagamen überhaupt?
Bartagamen nehmen den Großteil ihrer Flüssigkeit über das Futter auf, besonders über wasserreiches Grünfutter wie Zucchini oder Gurke. Trotzdem solltest du Folgendes beachten:
- Immer eine flache, standsichere Wasserschale bereitstellen und täglich mit frischem Wasser befüllen
- 2–3× pro Woche das Grünfutter leicht mit Wasser besprühen – manche Bartis lecken die Tropfen gerne ab
- Einmal pro Woche ein lauwarmes Bad anbieten: 5–10 Minuten, Wasserstand maximal bis zum Bauch, und nie unbeaufsichtigt lassen
Manche Bartagamen trinken nie sichtbar aus der Schale, nehmen aber trotzdem Wasser auf, wenn sie darin sitzen und baden. Also die Schale immer drin lassen, auch wenn du sie nie direkt trinken siehst.
Fütterungstipps für den Alltag
- Morgens füttern: Bartagamen brauchen Wärme zur Verdauung. Füttere frühestens 1–2 Stunden nach dem Einschalten der Beleuchtung, wenn die Basking-Temperatur erreicht ist
- Grünfutter immer anbieten: Auch wenn es anfangs komplett ignoriert wird – Ausdauer zahlt sich aus
- Insekten kontrolliert anbieten: Per Pinzette einzeln oder in kleinen Mengen in eine flache Schale im Terrarium geben. So behältst du die Kontrolle über die gefressene Menge
- Reste am Abend entfernen: Nicht gefressene Insekten abends unbedingt rausnehmen – Grillen und Heuschrecken knabbern nachts an deiner schlafenden Bartagame!
- Abwechslung bieten: Variiere das Futter regelmäßig. Monotonie ist ungesund und führt langfristig zu Mangelerscheinungen
- Fasttage einhalten: Adulte Bartagamen profitieren von 1–2 Fasttagen pro Woche, an denen ausschließlich Grünfutter angeboten wird – das entspricht ihrem natürlichen Rhythmus
Dein Fütterungsplan steht
Die Fütterung einer Bartagame ist wirklich nicht kompliziert, wenn du die Grundregeln konsequent beachtest: Altersgerechtes Verhältnis von Insekten zu Grünfutter einhalten, bei jeder Insektenfütterung Kalzium supplementieren, für Abwechslung auf dem Speiseplan sorgen und die Portionsgrößen im Blick behalten. Damit legst du den soliden Grundstein für ein langes, gesundes Bartagamen-Leben von 10–15 Jahren – und dein Barti wird es dir mit einem zufriedenen Kopfnicken danken!
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